General Leiningen-Westerburg's
farewell letter
to his wife and children
written in the night before his execution


*Apr. 11, 1819 in Ilbenstadt/Hessen
+ Oct. 6, 1849 in Arad


- fragments -

Die Würfel sind gefallen, und nur wenige Stunden bleiben mir auf dieser Erde übrig, um mich auf den bitteren Schritt vorzubereiten. Der Tod wäre mir
nicht fürchterlich, stünde ich allein, aber der Gedanke an Dich, meine theure Lisa, an meine unschuldigen Kinder, liegt schwer auf meiner Seele...

...O gerne, wie gerne hätte ich gelebt, ich hatte ja alles, was das Leben angenehm macht, ich war glücklich in Verbindung mit Dir, wie nur ein Sterblicher sein kann.
...
Jetzt in der ernsten Stunde, wo alles Irdische in seiner Vergangenheit vor
mir aufgerollt liegt, jetzt kommen alle Erinnerungen auf mich los und machen mir das Scheiden schwer. Wie stehst Du jetzt rein und erhaben vor meiner Seele, wie möchte ich Dir in Worten ausdrücken können, mit welcher Wehmut ich mich dem Gedanken an Dich hingebe. Gott der Allmächtige, der in mein Herzen sieht, möge mir Stärke verleihen, dass ich sterben kann wie ein Christ.
...
Und meine armen Kinder, o grosser Gott, ihnen musst Du leben, theure Lisa! Dein Los ist härter, als meines, Du musst den Kummer jahrelang an dein Herz drücken, aber dankbar werde ich von jener Welt herüber blicken, wenn Du unseren Kindern erhalten bleibst.
...
Erziehe sie in der Furcht des Herrn, und mache brave, edle Menschen aus ihnen; wenn ich auch nicht über ihnen wachen kann, so mögen sie doch eine Mutter haben, die sie lehrt das Andenken ihres unglücklichen Vaters zu ehren. Könnte ich doch meine Hände segnend auf ihre Häupter legen, könnte ich nur einmal noch in deine Augen sehen!
...
In weltlichen Dingen habe ich Dir nichts mitzuteilen. Du wirst in dieser
Beziehung wenigstens keine

 

Sorge haben, denn Dein Vermögen kann man nicht antasten. Doch eine Bitte habe ich noch: Ich bitte Dich Verpflichtungen, die ich gegen Andere habe, zu erfüllen, damit mein Name ehrlich dastehe.

.
.. dem Generalen Damjanics schulde ich 1400 fl., zahle diese an seine künftige Witwe, denn auch er stirbt morgen Früh den Märtyrentod.
...
Ich bete für Dich und meine Kinder mit aller Inbrust, und man sagt, dass die Gebete und der Segen eines Sterbenden besondere Kraft hätten.
...
Den Kleinen ist der Schmerz noch erspart, und das ist gut. Sie werden ihren Vater nur durch Deinen Mund kennen lernen, und wer könnte besser wie Du, ihnen sagen, dass ihr Vater, wenn weltliche Gesetze ihn verdammten, doch im Herzen ein redlicher Mann war, der für seine Ueberzeugung starb. Die Zeit ist mir kurz bemessen, die ich noch auf dieser Erde wandle, auch muss ich den Brief bald abgeben, und wird es mir schwer mich von diesem Blatte zu trennen, es sind ja die letzten Worte, die ich dir schreibe. Gott beschütze dich und beschütze meine unschuldigen Kinder, und Dir, mein theures Weib, verleihe er stärke und Kraft, und mir verleihe er seinen ewigen Frieden. Meine theure, theure Lisa, meine Kinder, lebt wohl, lebt wohl, bald, bald werde ich ausgerungen haben, nochmals Dank für deine theure Liebe. Dank für alles, was Du mir gethan, Gott, Gott, ich kann nicht mehr, lebe wohl, mein Leben, mein Alles, Dein bis in den Tod treuer
Carl Leiningen m.p.
Arad, in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober, 1849



- The entire letter can be read in: Dr. Anton Peter Petri, Heimatbuch der Marktgemeinde Neuarad im Banat, Hrsg. von der Heimatsgemeinschaft Neuarad, Th. Breit-Verlag, Marquartstein, 1985, 708 p., Ill., 2 maps
- I have taken these photos in 2006, in Arad

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